CityLeaks – Eindrücke einer Führung durch Köln Ehrenfeld

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Kunstwerk des Künstlers L.E.T.

Zurzeit findet in Köln zum ersten Mal das Urban Art Festival CityLeaks statt. Seit dem 5. September entstehen dabei von nationalen und internationalen Künstlern großformatige Murals, Paste-Ups und Installationen an öffentlichen Plätzen und Häuserfassaden. Das Zentrum des Spektakels  ist der Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Neben den für alle sichtbaren Kunstwerken bietet das Festival eine Fülle an Ausstellungen, Live-Paintings und anderen Veranstaltungen in Off-Locations und Galerien.

Wir nahmen am letzten Samstag an einer CityLeaks-Führung teil und sahen fertige Kunstwerke und Künstler bei der Arbeit.

Ausgangspunkt der Führungen ist das Heliosgelände in Ehrenfeld, vor dessen Türen bereits erste Bilder an einer Mauer zu sehen sind. Die eineinhalbstündige Tour führt zu Fuß durch den gesamten Stadtteil und macht Halt vor Häuserfassaden, die in der Woche bereits von unterschiedlichen Künstlern bearbeitet wurden und fertige Kunstwerke präsentieren. Darunter befinden sich zum Beispiel ein Stencil des deutschen Künstlers L.E.T. (Les Enfants Terribles) oder ein Paste-Up des Kölners Rakaposhii.

 Paste-Up des kölner Künstlers Rakaposhii 

Besonders bemerkenswert finden wir die großformatigen Murals, die einen Schwerpunkt des Festivals zu bilden scheinen. Dabei werden ganze Häuserfassaden bearbeitet, die nach dem Festival so erhalten werden sollen. Nur bei einigen Fassaden gibt es bisher den Wunsch der jeweiligen Eigentümer, die Kunstwerke wieder entfernen zu lassen. Als die Eigentümer ihr Einverständnis an die Veranstalter von CityLeaks gaben, war ihnen das Motiv, das an ihrer Fassade entstehen wird, nicht bekannt. Zuerst wurden die Fassaden gesucht, im Anschluss überlegte das Team des Festivals, welcher Künstler an welche Fassade passen könnte. Die ausgewählten Künstler waren dann in ihrer Kreativität und Ausgestaltung völlig frei, sodass die Motive sowohl die Hauseigentümer als auch die Veranstalter und die Besucher überraschen.

Künstlerin: Faith

Die Murals, die bereits am vergangenen Samstag zu sehen waren, sind von Faith oder dem Künstlerduo Herakut kreiert worden. Sehenswert ist auch die Zusammenarbeit des in Basel lebenden Künstlers Smash137 und des Niederländers Zedz. Die beiden „alten Hasen“ der Graffitiszene trafen sich in Köln und arbeiteten an einem Motiv zusammen, was in der Szene durchaus Seltenheitswert hat.

 Die Führung endete an einer Fassade, die in diesem Augenblick bearbeitet wurde. Die Arbeitsweise des chilenischen Künstlers Inti zu betrachten war genauso spannend wie die Überlegung, wie das Bild nach seiner Vollendung ausschauen wird.

Der chilenische Künstler Inti während der Arbeit 

Die Outdoor-Woche, in der weitere Kunstwerke an den Fassaden Kölns entstehen, läuft noch bis zum 15. September. Es folgt vom 16. bis zum 25. September die Ausstellungswoche, in der neben den Kunstwerken im öffentlichen Raum eine Fülle von Arbeiten der Künstler in Galerien und Off-Locations ausgestellt werden.

Empfehlenswert sind – insbesondere für auswärtige Besucher – die Führungen, in denen die Standorte gezielt angesteuert werden und in denen man als Besucher Informationen über das jeweilige Bild und den Künstler erhält. Alle Termine der Führungen, der Ausstellungen und Veranstaltungen im Rahmenprogramm findet man auf der Internetseite von CityLeaks.

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