DIY – Die Mitmach Revolution im MfK Frankfurt

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Zur Zeit läuft im Museum für Kommunikation in Frankfurt die Ausstellung DIY – Die Mitmachrevolution, eine Ausstellung, die sich ganz dem Selbermachen verschrieben hat. Wer nun erwartet, lediglich langweilige Strickmuster, Hobbyraum-Anekdoten oder Bastelanleitungen vorzufinden, irrt gewaltig. In der heutigen, kapitalistischen Welt lässt sich kaum von „Do it yourself“ reden, ohne politisch zu werden. So trotzt man nicht nur dem Konsumzwang, wenn man eine Sache repariert statt sie durch einen Neuerwerb zu ersetzen – viele politische Bewegungen, popkulturelle Strömungen und künstlerische Projekte wurzeln im engeren Sinne in DIY.

DIY Austellung im Museum für Kommunikation Frankfurt

So habe ich mich im Rahmen der Ausstellung zum Beispiel davon überzeugen lassen, dass der Punk nichts anderes als eine DIY-Bewegung ist. Dem Konsum trotzend verließen sich die ersten Punker lieber auf ihr eigenes, handwerkliches Geschick, als im schnöden Supermarkt zu shoppen: Sie entwickelten nicht nur ihre eigene Mode sondern auch ihre eigenen Medien. Die ersten Fanzines, die Ende der 1970er Jahre populär wurden, entsprangen dem Punk, dem in den frühen Tagen noch die mediale Plattform fehlte. Selbermachen ist Punk ist politisch ist Widerstand. Heutige Ausprägungen des DIY zeigen sich in der Street Art zum Beispiel als Guerilla Gärtnern oder im Yarn Bombing. Die rudimentären Überreste einer Strickguerilla Aktion im Rahmen der Ausstellung lassen sich immer noch vor dem Museum bewundern.

Die Ausstellung wurde am 24. August eröffnet und läuft noch bis zum 19. Februar 2012. Im Rahmen der Ausstellung ist darüber hinaus ein buntes und vielseitiges Begleitprogramm geplant, das immer wieder für ein paar besuchenswerte Aktionen gut ist. Unbedingt empfehlenswert!

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