Freiburg und was vom Papstbesuch übrig blieb

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Vergangene Woche bereiste ich nicht nur Basel, sondern ich ließ mir bei einem Wochentrip in den Hochschwarzwald auch Freiburg nicht entgehen. Ich kannte die Stadt bereits von einer Klassenfahrt von vor rund 15 Jahren, doch war der Eindruck war stark und gut. Und nun erreichte ich die Stadt, kurz nachdem auch Papst Benedikt dort eine seiner Messen geschmissen hat – und das zeigte sich selbstverständlich auch im Stadtbild. Überall hingen Papst Benedikt Plakate, Pontifex hier, Papamobil da.

Allerdings schien nicht jeder in Freude dahinzuschwelgen angesichts des drohenden nahenden Papstbesuches. Als ich eine ganze Mauer von Bene-Plakaten passierte, fiel mir auf, dass jemand sich über jedes einzelne mit einem Edding hergemacht hatte. Auf dem einen zauberte er dem Oberhaupt der katholischen Kirche einen Schnurrbart auf die heilige Oberlippe, auf dem anderen hatte er Sommersprossen, dann Narben und auf dem, das ich fotografiert habe, so ziemlich alles davon:

Übermaltes Willkommensplakat zum Papstbesuch in Freiburg

An einer Wand sah ich ein lustlos hingeschmiertes „Ratzinger fuck off“ (wo ich mir das Foto mal gespart habe), und an dieser Mülltonne zeugt eine Sticker Combo davon, welche Reiseroute das Papamobil doch als nächstes einschlagen sollte:

Sticker Combo zum Papstbesuch in Freiburg 2011

Etwas subtilere Kritik am Papsbesuch in Freiburg fand sich an einem Brunnen direkt neben dem Dom. Hier machte ein ironisches Flugblatt auf die hohen Kosten aufmerksam, die Kardinal Ratzinger Ausflug nach Freiburg so verschlungen hat:

Ironisches Flugblatt gegen die hohen Kosten des Papstbesuchs 2011 in Freiburg

Abgesehen davon hatte die Stadt natürlich auch andere Sachen zu bieten, und ich muss sagen, dass sich vielleicht Freiburg verändert hat, mein Eindruck davon aber derselbe geblieben ist. Man beurteilt Städte, die man mal für einen Tag besucht irgendwie immer daran, ob man sich vorstellen kann, dort zu leben. Freiburg macht es einem schwer, Gründe zu finden, die dagegen sprechen: Eine tolle Innenstadt, Überreste einer Herakut-Ausstellung, für die wir leider ein paar Tage zu spät dran waren, die Breslau und jede Menge Street Art. Ein paar von meinen Schnappschüssen gibt es auf Flickr:

Trotz alledem muss ich noch den Ohrwurm nachlegen, den ich trotz der guten Zeit einfach im Ohr hatte: Freiburg von Tocotronic. Der Text spiegelt zwar überhaupt nicht meine Erfahrung mit der Stadt wieder, aber dieser gottverdammte Titel stammt nunmal ungefähr aus der Zeit, da ich zum ersten und letzten Mal in der Stadt war…

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