Steve Lambert – Eine Skulptur geht um, in den USA

Share Button

Interaktive Skulptur von Steve Lambert

Kapitalismus und Demokratie verhalten sich zueinander in etwa, wie Dr. Jekyll und Mr. Hide: Sie passen nicht zueinander, man findet sie nie zur gleichen Zeit am selben Ort, aber irgendwie sind beide untrennbar miteinander verwachsen. Da wird es doch erlaubt sein, zu fragen, ob das überhaupt zusammengeht.

Der amerikanische Künstler Steve Lambert tut mit seiner interaktiven Skulptur Capitalism works for me genau das: Er lässt den Betrachter darüber entscheiden, ob er mit der Titelphrase d’accord geht oder nicht. Dazu hat dieser lediglich einen Schalter zu betätigen – Wählen geht in den USA schließlich nicht erst seit gestern per Automat.

Die Entstehungsgeschichte hinter der Skulptur fügt sich ebenso in das Oxymoron aus Kapitalismus und Demokratie ein, das wir Gesellschaft nennen. Auf Kickstarter warb der Künstler um Starthilfe. Dort schreibt er:

Starting a conversation about Capitalism is like walking up to a stranger and asking, „Can I talk to you about Jesus?“ The word „capitalism“ is a red flag. And for good reason – pretty soon some dude is talking your ear off about „The System, man.“ Ugh.

At the same time, capitalism is discussed every day using euphemisms like „jobs,“ „job creation,“ „the business climate,“ and discussing whatever „crisis“ is deemed relevant; a housing crisis, financial crisis, social security crisis, tax crisis, or fill-in-the blank crisis. But the whole is rarely a topic of frank discussion – much less alternatives or meaningful reform.

As a culture, we need the vision and boldness it takes to discuss the problem itself. The idea that „there is no alternative“ to the way our world works takes away our ability to dream! And as citizens we need the courage to begin these discussions on order to move on to new and better visions for the future.

Inzwischen ist das Ziel der benötigten 9,500 Dollar nicht nur längst überschritten, die Skulptur ist bereits fertiggestellt und geht nun samt Künstler bis zu den Präsidentschaftswahlen auf Tour durch die USA. Dann soll feststehen, was die Amerikaner vom Kapitalismus halten sowie die Dokumentation von Entstehung und Tour in einem Buch veröffentlicht werden.

Bild: Steve Lambert (via Nerdcore)

Share Button